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Fotoworkshop Ingolstadt



Welche Filter brauchst Du wirklich für die Landschaftsfotografie?

Oftmals werde ich gefragt, ob es eigentlich in der digitalen Fotografie, mit anschließender Bildbearbeitung überhaupt noch notwendig ist, sich einen herkömmlichen Filter vor das Objektiv zu schrauben! Ich kann diese Frage mit einem entschiedenen Ja beantworten. Es bleibt nur noch die Frage nach der Art. Es gibt sie zum Einschrauben oder zum EinschiebenBeide für sich sind notwendig und jeder bietet seinen ganz individuellen Vorteil.

Deshalb setze ich auch beide Arten in der Fotografie und in meinen Fotokursen bzw. Fotoworkshops ein.

 


Der Einschraubfilter

Er wird vorn vor die Linse des Objektivs eingeschraubt. Es gibt ihn in den verschiedensten Ausführungen. Aus der Vielzahl der unterschiedlichen Effektfilter nutze ich nur den zirkular Polarisationsfilter. Ich bin da auf B+W Käsemann eingeschworen, da diese die bestmögliche optische Leistung bringen. Leider sind sie nicht ganz billig.

 


Der Einschubfilter

Ich nutze ihn von Cokin. Er ist aus hochwertigem organischen CR-39 Glas und wird über einen speziellen Halter, der am Objektiv befestigt ist eingeschoben. Er ist außerdem sehr leicht und von sehr guter optischer Qualität. Cokin bietet vier unterschiedliche Systeme an. Sie unterscheiden sich lediglich in den Abmessungen.

Folgende Systeme vertreibt Cokin:

  • A-Serie – diese Serie eignet sich lediglich für Kompaktkameras und Camcorder – Filtergröße 67 mm
  • P-Serie – Sie ist vorgesehen für DSLR und Camcorder – Filtergröße 84 mm, für Objektive bis 82 mm Filterdurchmesser.
  • Z-Pro-Serie – für DSLR – Filtergröße 100 mm, für Objektive bis 96 mm Filterdurchmesser
  • X-Pro-Serie – für DSLR – Filtergröße 130 mm, für Objektive bis 118 mm Filterdurchmesser

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Vorteile der Einschubfilter:

Ich nutze nur die Verlaufsfilter ND4 und ND8 aus der Palette der Einschubfilter. Beide sind Neutraldichte Filter und dadurch, dass Sie in der Halterung verschoben und gedreht werden können, kann ich den Verlauf ganz genau am Horizont ausrichten. Egal ob dieser im oberen oder im unteren Drittel verläuft. Das geht bei der Schraubvariante leider nicht, denn dort läuft die Trennung des Verlaufes immer genau durch die Mitte des Filters. Verlaufsfilter würde ich nur als Einschubvariante nehmen. Sicher kann man auch den Polarisationsfilter von Cokin nutzen und braucht dann nicht für jedes Objektiv einen extra Filter, allerdings finde ich die optische Abbildungsqualität bei Weitem nicht so gut, wie bei den Schraubfiltern.

 


Was ist ein Polarisationsfilfter und wo solltest Du ihn einsetzen.

Ein Polarisationsfilter hat die Aufgabe polarisiertes Licht zu absorbieren. Es gibt zwei Arten von Polarisationsfilter:

  • linearer (eignen sich für Kameras ohne Autofokus)
  • zirkularer (eignen sich für SLR und DSLR mit Autofokus)
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Polarisationsfilter beseitigen Reflexe auf nichtmetallischen Oberflächen (z.B. Blattwerk, Wasser und Glas). Dadurch werden die Farben wesentlich gesättigter wiedergegeben. Man setzt Sie in der Fotografie ein, um den Himmel blauer und satter zu zeigen, Blattgrün gesättigter zu sehen und um zum Beispiel die Spiegelungen eines Schaufensters oder auf dem Wasser zu beseitigen. In der Landschaftsfotografie gehört der Polraisationsfilter schon zur Grundausstattung, allerdings sollte man unbedingt darauf achten, den Filter nicht in direkter Sonne liegen zu lassen, da er dann sehr schnell kaputt gehen kann. Man sollte bei Polarisationsfiltern immer daran denken, dass sie bis zu 3 Blenden Licht schlucken.

 


Wie wird ein Polarisationsfilter eingesetzt?

Du schraubst ihn in das Frontgewinde Deines Objektivs und schaust durch den Sucher Dein Motiv an. Währenddessen drehst Du den Filter langsam so lange nach rechts oder links, bis die gewünschten Reflexe beseitigt sind. Du wirst begeistert sein, wie satt nun der Himmel, das Laub oder aber auch das Meer auf Deinen Bildern zu sehen ist. In der Halbautomatik (AV und TV) brauchst du keinen Verlängerungsfaktor manuell eingeben, dies wäre jedoch im manuellen Bereich notwendig.

 


Der Neutraldichte Filter (ND)

Neutraldichte Filter sind entweder vollflächig oder als Verlauf grau eingefärbt. Man setzt sie ein, um eine sehr helle Location (bzw. helles Motiv) in Ihrer Gesamthelligkeit abzumildern und somit eine längere Verschlusszeit zu erhalten oder eine kleinere Blende einstellen zu können. Klassisches Einsatzgebiet ist zum Beispiel in der Landschaftsfotografie ein Wasserlauf. Bei langen Verschlusszeiten wirkt plätscherndes Wasser oder ein kleiner Wasserfall fast nebelig. Die ND-Verlaufsfilter nutze ich in der Landschaftsfotografie, um Helligkeitsunterschiede zwischen Himmel und Boden auszugleichen. So erhalte ich eine gleichmäßigere und nicht so kontraststarke Aufnahme und gleichzeitig in beiden Bereichen mehr Details.

 


Wichtig! Diesen Beitrag habe ich geschrieben, nicht um die benannten Filter wissenschaftlich oder physikalisch zu erklären, sondern um die Wirkungsweise auch Einsteigern unter den Fotografen leicht verständlich nahe zu bringen.

Ich hoffe, Dir hat der kleine Ausflug in die Filterwelt der Landschaftsfotografie gefallen. Wenn ja würde ich mich freuen, wenn Du durch einen kleinen Kommentar diesen Blog mitgestaltest und mit eigenen Ideen komplettierst.

Vielen Dank und weiterhin viel Interessantes auf Fotoworkshop-Ingolstadt.de

Thomas

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Nutzt auch Du Filter, wenn ja welche oder nutzt Du hierfür Bildbearbeitungsprogramme? Sag uns Deine Meinung!