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Fotoworkshop Ingolstadt



HDR-Fotografie – Was ist das eigentlich?

Gerade in den letzten Jahren erfreut sich die HDRI-Fotografie einer immer größer werdenden Fangemeinde. Als ich mein erstes HDRI sah, wollte ich nur noch wissen, wie man solche Bilder machen kann, da dies in der analogen Fotografie, aus der ich komme, nicht möglich war. Grund genug, mich näher mit diesem Thema zu befassen.

 


Was heißt HDRI?

HDRI steht für High Dynamic Range Image. Ein HDRI zeichnet sich dadurch aus, dass man sowohl in den dunkelsten, als auch in den hellsten Bildbereichen noch Zeichnung erhält und sehen kann. Die heutigen digitalen Kameras oder auch Monitore sind leider nicht in der Lage, solche hohen Kontraste, wie wir sie zum Beispiel in einem Sonnendurchflutetem Kirchenschiff vorfinden wiederzugeben. In der normalen Fotografie muss man sich in solchen Fällen entweder für die Lichter oder für die dunklen Schattenbereiche entscheiden. Das ist mit Einzug der HDRI-Fotografie endgültig vorbei. Aber ein HDRI-Bild ist nicht mal eben auf die Schnelle gemacht. Es bedarf Zeit und einer gut geplanten Vorbereitung. Meinen Workflow, möchte ich Dir heute zeigen und beschreiben.

 


Was ist ein LDRI – Foto?

ein LDRI – Foto ist ein kontrastarmes Bild, welches im Gegensatz zu einem HDRI – Foto nur einen sehr hohen Kontrastumfang darstellt.

 


Was ist ein Kontrastumfang?

Kontrastumfang stellt das Verhältnis zwischen den dunkelsten und den hellsten Bildbereichen eines Bildes dar. Das menschliche Auge kann im Gegensatz zur digitalen Spiegelreflexkamera einen sehr hohen Kontrastumfang war nehmen und durch die Adaption (Anpassung des Auges mittels der Iris an unterschiedliche Lichtverhältnisse) ausgleichen. Diese Fähigkeit besitzt aber leider nur das Auge.

 


Was wird alles für die HDRI – Fotografie benötigt?

Das nehme ich alles in meinem Fotorucksack mit:

  • Meine Spiegelreflexkamera, derzeit noch eine Canon EOS 5D Mark II
  • Mein Canon EF 24-105mm 1:4,0 L IS USM und mein Canon EF 16-35mm 1:2,8 L II USM
  • das Manfrotto Pro 055 Dreibeinstativ mit aufgesetztem Manfrotto Getriebeneiger M 410
  • für Panoramafotos als HDRI ist der Manfrotto Panoramakopf 303 Plus mit Nodalpunktadapter ein absolutes Novum
  • eine Kamera 3 Wege Kamera Wasserwaage
  • mein Hähnel GIGA  T Pro II Funk Fernauslöser
  • und meinen Gossen Digysky Handbelichtungsmesser.
  • Mein Fotorucksack zur Beschwerung am unteren Ende der Mittelsäule befestigen

.


Welche Computertechnik verwende ich in meinem HDRI – Workflow?

Zu Hause im Fotostudio angekommen werden die Bilder gesichtet und entwickelt bzw. bearbeitet.

Diese Hardware nutze ich:

  • Einen Windows PC mit 12 GB RAM Arbeitsspeicher
  • als Prozessor den Core I7 920 von Intel
  • Motherbord ASUS P6T
  • Grafikkarte Nvidia GTX 650
  • Grafiktablett von Wacom (Intuos 4L) inkl. Airbrush Stift
  • und als Monitor den EIZO Flexscan SX-2462W
  • für die Erstellung des Kameraprofils kommt der Colorchecker Passport von X-rite zum Einsatz
  • zur Farbtonrichtigen Wiedergabe und Monitorkallibrierung nutze ich den i1Display Pro von X-Rite

.

Das ist die Software in meinem Workflow:

  • Für den Import, Archivierung und die Entwicklung nutze ich nur Lightroom.
  • Zum Erstellen des reinen HDRI, nutze ich das Plugin von Niksoftware HDR – Efex Pro II oder manchmal auch die on Board Lösung von Photoshop CS der neuesten Generation, welche mir allerdings vom Handling her nicht so gut gefällt. HDR-Efex Pro II lässt sich im Windows nur in Verbindung mit Lightroom oder Photoshop als Plug-in nutzen und ist keine eigenständige Software, welche auch allein laufen könnte.
  • Ein absolut mächtiges Werkzeug ist auch die Software Photomatix. Allerdings ist Sie meiner Meinung nach nicht so übersichtlich und setzt auch mehr Kenntnisse voraus.

 


Wie ist ein HDRI – Bild aufgebaut?

Ein HDRI besteht aus mindestens drei unterschiedlich belichteten aber ansonsten gleichen Bildern, welche erst im Entwicklungsprozess am PC entwickelt und bearbeitet werden. In der Regel besteht ein Belichtungsunterschied zwischen den einzelnen Blenden von zwei Blenden.

 


Du möchtest genau wissen, wie HDRI-Fotos gemacht werden und am Rechner entstehen? Dann melde Dich noch heute zu einem meiner zahlreichen Fotokurse an. Ich freue mich auf Dich!

 


Welchen Farbraum verwende ich für meine HDRI – Bilder?

Da ich höchste Ansprüche an meine Fotos als professioneller Fotograf stelle, mache ich all meine Fotos generell im Adobe RGB Farbraum. Dieser ist wesentlich größer als der sRGB, bedarf jedoch zu seiner vollen Darstellung eines Wide Gamut Bildschirms wie der EIZO Flexscan SX 2462 W. (mehr Informationen zum Farbraum und auch Farbmanagement bekommst Du in einem meiner zahlreichen Fotokurse!)

 


Welches Format ist das Richtige für ein HDRI – Bild?

Es gibt zum einen das RAW Format und zum anderen das JPEG Format. Ich persönlich bevorzuge immer das RAW – Format.  RAW bedeuten Roh, also Roh Datenformat. RAW Dateien sind praktisch digitale Negative, welche erst durch Bildbearbeitungsprogramme wie zum Beispiel Lightroom entwickelt werden müssen. Sie bieten in der Entwicklung alle Möglichkeiten der nachträglichen Veränderung, wo hingegen das JPEG bereits völlig entwickelt aus der Kamera kommt. Leider haben es bisher die Kamerahersteller nicht geschafft, sich auf ein einheitliches RAW Format zu einigen, sodass ich meine Bilder bereits beim Bildimport in eine DNG – Datei (digital Negativ) umwandle. Dieses Format ist herstellerunabhängig und ist von Adobe entwickelt wurden.

Folgende RAW Formate gibt es:

  1. Canon = CR2 und CRW
  2. Fuji = RAF
  3. Hasselblad = 3FR
  4. Kodak = DCS und DCR
  5. Leica = DNG und RAW
  6. Mamjya = MEF
  7. Minolta = MDC und MRW
  8. Nikon = NEF
  9. Olympus = ORF
  10. Panasonic = RAW
  11. Pentax = PEF
  12. SIGMA = X3F
  13. Sony = ARW, SRF und SR2

.


Welchen Unterschied in der Belichtung sollten die einzelnen Aufnahmen haben?

Dies ist eine Aussage, die nicht pauschal beantworten kann. Es richtet sich nach den vorherrschenden Lichtverhältnissen und dem damit verbundenen Kontrastunterschied zwischen der hellsten und der dunkelsten Stelle eines Motivs. Eine gute Ausgangsposition sind ca. 2 Blenden für erste eigene Versuche.

 


Sonderfall HDRI – Fotografie als Panorama!

Auch finde ich in den letzten Jahren immer mehr Panoramafotos als HDRI – Foto. Viele Fotografen versuchen sich so von der Masse abzuheben. Leider sind darunter auch viele falsche HDRI Bilder zu finden. Sie entstanden aus einem einzigen Bild und wurden am Rechner digital unter- bzw. überbelichtet. Dies ist jedoch die schlechteste Methode ein HDRI herzustellen, da hier sehr viele Bilddetails in den hellsten, wie auch in den dunkelsten Bildbereichen verloren gehen. Im Gegensatz werde ich in meinen Fotokursen immer wieder gefragt, wie sich das eigentlich bei einem Panoramafoto verhält? Stitche ich erst die einzelnen Belichtungsreihen zusammen zu einem Panorama oder lege ich erst die einzelnen Aufnahmen zusammen zu einem HDRI und füge Sie später zusammen? Ich arbeite mit beiden Methoden je nach Motiv, doch mehr dazu in meinen Fotokurs.

 


Wo wird die HDRI – Fotografie eingesetzt?

Ich nutze die HDRI – Fotografie für Landschaftsaufnahmen, in der Architekturfotografie, im Stillifebereich und in der Produktfotografie, wenn es nicht auf eine farbtonrichtige Wiedergabe ankommt. Kurzum kann man jedoch sagen, überall dort, wo der Kontrastumfang größer ist, als der Deines Kamerasensors.

Leider kann ich nicht auf alle Fragen der HDRI – Fotografie im Detail eingehen, da ich sicher allein mit diesem Thema einen ganzen Blog füllen könnte. Ich biete natürlich in meinen Fotoworkshops die verschiedensten Kurse, um das Thema HDRI an.

 


Ich hoffe, Dir hat der Einblick in meinen HDRI – Workflow gefallen und einige Fragen beantwortet. Ich würde mich freuen, wenn Du mir auf Facebook und Twitter folgst oder auch diesen Beitrag mit Deinen Freunden teilst.

Vielen Dank und viel Spaß noch auf Fotoworkshop-Ingolstadt.de

Thomas

 

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